Aua858: Kurze Pause im sozialsodomistischen Rüssel-Knutschkrampf: Schweine für den Müllcontainer

 

{TS-Kritik}

 

Wer den kompletten Irrsinn der aktuellen angeblichen Rettungsaktion von 128 Schweinen durch den Verein Rüsselheim e. V. und einige andere Wichtigtuer begreifen möchte (vgl. Aua857), dem sei die ARD-Dokumentation von Edgar Verheyen Schweine für den Müllcontainer – Warum es zu viel Fleisch gibt empfohlen.

Hier der Redaktionstext zum Film, der einige wichtige Rahmendaten angibt:

              

Billigfleisch und seine Folgen

Schweine für den Müllcontainer – Warum es zu viel Fleisch gibt

Sendung vom Mittwoch, 26.9. | 21.00 Uhr | SWR Fernsehen

Fressen und gefressen werden: Die moderne Landwirtschaft hat diesen Kreislauf durchbrochen. Millionen Schweine werden niemals gegegessen: Sie sterben nur, um weggeworfen zu werden. Warum ist das so? Wer verdient daran? Geht es auch anders?

55 Millionen Schweine werden jährlich in Deutschland geschlachtet. Bis zu einem Drittel davon landen niemals in einer Bratpfanne, sondern auf dem Müll. Trotzdem boomt die industrielle Schweinezucht, es entstehen riesige neue Tierfabriken. Und die sind politisch offensichtlich gewollt. EU, Bund und Länder fördern eine industrielle Massentierzucht, die zu Überproduktion führt. Für die großen Züchter lohnt sich dieses Geschäft selbst dann noch, wenn der Markt längst übersatt ist.

Der Film nimmt die Zuschauer mit auf die Suche nach den vielen Geldquellen, die die Politik für immer mehr Billigfleisch erschließt. Und er zeigt die Folgen. 20.000 Mastschweine in einem Stall, das bedeutet: Dahinvegetieren in Schmutz, Enge und Dunkelheit, ständig geplagt von Krankheitserregern. Der Gestank ist entsetzlich, der Mensch hält es nur kurze Zeit in den Ställen aus, berichtet ein Tierschützer, die Zustände in deutschen Zuchtbetrieben mit der Kamera dokumentiert. Rund zehn Prozent der Schweine sterben dort, bevor sie schlachtreif sind.

Der Film ist an vielen Orten dabei, wo Fleisch auf dem Müll landet: Von dem, das in den Handel gelangt, werfen die Supermärkte bald darauf vieles weg, weil es die Haltbarkeitsgrenze überschritten hat. Die Gastronomie kann sich zu niedrigen Kosten mit Vorräten eindecken – das Wegwerfen schmerzt später kaum. Ebenso legen viele Verbraucher abgepacktes Fleisch quasi auf Verdacht in den Einkaufswagen und werfen es oft unausgepackt weg.

Die Dokumentation von Edgar Verheyen fragt aber auch nach einer Alternative. Das Filmteam besucht die Hermannsdörfer Landwerkstätten, einen Musterbetrieb nachhaltiger Tierzucht. Sein Gründer ist Karl Ludwig Schweisfurth, einst Pionier der Fleischindustrie in Deutschland, als Chef des Herta-Konzerns europäischer Marktführer. Das Geschäft, das ihn einst reich machte, sieht er längst kritisch: Haben wir das gewollt – immer billiger, damit wir immer mehr Fleisch fressen? Fazit: Fleisch essen, ohne sich zu ekeln – das ist möglich. Aber wenn alle Schweine, die die Deutschen essen, so leben sollten wie in Schweisfurths Landwerkstätten, dann wäre Fleisch um ein Vielfaches teurer.

Ein Film von Edgar Verheyen

(Quelle)

              


Ergänzend noch einige Zahlen, u. a. aus der „Fleischfrage“ vom WWF:

* Anstieg der weltweiten Fleischproduktionvon 1961 (7 Mio. Tonnen) bis 2009 (300 Mio. Tonnen): 400 Prozent

* Ansteigender Pro-Kopf-Verbrauch an Fleisch in der BRD (trotz Veganismus ….) von 21 Kilo im Jahr 1850 auf 88,2 kg im Jahr 2010.

* 60 % des in der BRD produzierten Getreibes landet im Futtertrog

* 2010 wurden in der BRD 58.413.677 Schweine geschlachtet.

* Die EU produziert 42 Millionen Tonnen Fleisch jährlich.

* Die EU-Subventionen von 2007 bis 2013 für Agrar-, Fischerei- und Umweltpolitik liegen bei 372 Milliarden Euro.


Angesichts dieser Milliarden-Subventionen kann sich jeder leicht vorstellen, welchen gigantischen Impakt die vollständig unprofessionelle Schwachmaten-Rettungsaktion von Rüsselheim e. V. in Sachsen-Anhalt auf die Gesamtsituation haben wird.

Im Gegenteil: Die Herrscher der EU-subventionierten Fleischproduktion wird es freuen: Ein Drittel der jährlichen Schweine“produktion“ in der BRD landet ohnehin im Müll. Das sind etwa 18.333.333 Schweine jedes Jahr, die gar nicht gegessen werden (müssen).

               18.333.333 jährlich vermüllte Schweine
                   minus   128 „gerettete“ Rüssel
                   18.333.205 vermüllte Schweine in 2012

Deshalb wohl auch nennen einige der an diesem Schweine-Gulag-Projekt beteiligten Tierrechtler die dilettantische Hauruck-Aktion: VORZEIGEPROJEKT ???

Im Tierschutz kann man viel mehr verdienen!

Bei Video-Laufmeter 19:13 des Films wird der „Gewinn“ eines durchschnittlichen Schweinemästers an einzelnen Schwein benannt: Der liege zwischen 5 bis 10 Euro pro Schwein!

Schöne Deppen, diese Schweinemäster! Im aktuellen Fall in Sachsen-Anhalt bekommt die Dame, welche derzeit über die 128 Rüssel herrscht, pro Schwein 40,00 Euro aus Tierschutz-Spendengeldern!!! Sie haben einen Taschenrechner zur Hand? Tierarzt und so geht natürlich alles noch extra!

  
Klassische Massentierhaltung: Ob dieses Schwein ein gebrochenes Bein hat, ist der Bildunterschrift nicht zu entnehmen. Fakt ist: Eines der Schweine in der Rüsselheim-Rettungskatastrophe in Sachsen-Anhalt hat sich das Bein gebrochen! Allerdings wurde es selbstverständlich nicht erlöst, sondern werde jetzt von einem Tierarzt behandelt …
Foto: PETA Deutschland e. V.

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