Aua1131P: Demo gegen Zoophilie in Münster (7): Teilnehmerzahl mit galoppierender Schwindsucht – zwei Dutzend statt über 300

 

{TS-Kritik}   [im DNPA erschienen 20.10.13; online verfügbar ab: 21.11.13]

 

Zur Demo gegen Zoophilie in Münster am gestrigen Samstag hatten die Veranstalter über 300 Teilnehmer angekündigt, die sich via Facebook (geschlossene Gruppe) zur Unterstützung angemeldet hätten. Da von vorherigen Events dieser gern auch in Gewaltphantasien schwelgenden Aktivisten (vgl. Aua1126) aggressives Auftreten und Straftaten im Umfeld bekannt sind, verwundert es nicht, dass nach den dieser Redaktion vorliegenden Berichten von Demonstrationsteilnehmern die Polizei mit zwei Mannschaftsbussen anwesend gewesen sein soll.

Ein von dem Sänger Jimmy Slick angekündigter Live-Act fiel ebenfalls aus. Der Künstler war nach einer Presseanfrage von DN so schlimm erkrankt, dass er seine Teilnahme absagen musste.

Die Veranstalter selbst feiern die Demo im Internet als Erfolg.

 

Westfälische Nachrichten: „drastische Mittel“

Ein noch am Samstag online erschienener Artikel der Westfälischen Nachrichten (WN) weist auf den privaten Status der Veranstalter hin. Dieser erstaunt deshalb, weil die Aufklärung über dieses wichtige Thema eher von den großen Tierschutzorganisationen und -vereinen zu erwarten wäre. Die aber wissen ganz genau, dass der angebliche Einsatz für eine Gesetzesänderung zum jetzigen Zeitpunkt und nur wenige Monate nach der gerade erst erfolgten Novellierung des Tierschutzgesetzes vollkommen utopisch ist. Überdies kennt der Tierschutz eine ganze Reihe qualitativ und vor allem quantitativ dringenderer Probleme.

Die WN schreiben von „zwei Dutzend“ Teilnehmern. Andere Quellen benennen dieser Redaktion eine maximale Teilnehmerzahl von 50.

Und auch die Webcam am Prinzipalmarkt in Münster dokumentiert ein eher armseliges Häufchen:

 

Screenshot der Webcam am Prinzipalmarkt in Münster vom 19.10.2013: Die Demonstranten sind mit Mühe rechts neben dem Bus erkennbar. Einige tragen orangene Westen.

 

Der Demo-Bericht von Judith Growe in den WN weist auf die „drastischen Mittel“ hin, welche diese Akteure zum Einsatz bringen: ein auf einer Stange aufgespießter Stoffhund, dessen Hinterteil mit roter Farbe eingefärbt wurde.

Der kurze, dafür aber brandaktuelle WN-Artikel schließt mit dem Verweis auf die Strafrechtsreform 1969, im Zuge derer Sodomie als Straftatbestand abgeschafft wurde.

 

Ermutigende Kommentare

Unter dem Artikel der WN entspinnt sich eine interessante Diskussion, in der die Kommentare eines Benjamin V. aufhorchen lassen. Er fragt die Veranstalter:

 

              

Wie nennt man eine „gezielte“ Verbreitung von schockierenden Bildern, Gerüchten und als Wahrheit angepriesene falsche Beispiele ?

Dürfen solche Informationen eine Grundlage für eine Gesetzesänderung darstellen ?

Als Partei so muß ich gestehen, würde ich mich auch nicht für die „andere“ Seite einsetzen wollen, aber niemals sollte man sich hinter Menschen stellen, die andere als „Dreck, Abschaum etc.“ betrachten und online ihren Gewaltfantasien in Bezug auf diese freien Lauf lassen.

Nach meinem „moralischem“ Befinden, darf man mich nicht fragen, wenn es um zoophilie geht, aber eines das ist sicher.. selbst so etwas kann ich noch eher mit meiner Weltanschauung vereinbaren, als wenn ein ganzer aufgebrachter Mob, der sich gegenseitig hochschaukelt in den 30er und 40er Jahren zu leben scheint.

(Westfälische Nachrichten: Demo gegen Zoophilie vom 19.10.2013, Leser-Kommentare unter dem Artikel; Beitrag von Benjamin V.)
 

              

Als Antwort auf ein Posting der Veranstalterin Angie R., die jede Diskussion zum Thema unter ein moralisches Verdikt stellt, antwortet der Poster, der offensichtlich selbst einmal Mitglied dieser Gruppierung gewesen sein muss:

 

              

Das ist genau das gleiche Denken, das zu unserer düsteren Vergangenheit führte !
Es gibt immer ein „vielleicht“ und Pro, sowie Kontra gibt es definitiv immer ! (Zumindest kann man versuchen, sich mal „selbst“ eine Meinung zu bilden.

Aber danke für den Beitrag.
Man sieht ganz klar, das in diesen Gruppen kein eigenständiges denken erwünscht ist.
Deshalb werden auch alle, die Fragen stellen oder etwas gar anzweifeln direkt ausgeschlossen, so wie ich damals.. was mich dann nur noch mehr zum nachdenken veranlasst hat.
Und im nachhinein…. ich fasse es nicht, das ich auf diese schmutzigen Lügen herein gefallen bin.

(Westfälische Nachrichten: Demo gegen Zoophilie vom 19.10.2013; Leserkommentar unter dem Artikel; Beitrag von Benjamin V.)  

              

Nach bisher der DN-Redaktion nicht belegten Informationen soll es noch gestern im Internet zu Auseinandersetzungen zwischen zwei Untergruppen der Aktivisten gekommen sein sollen.

 

Juristische Folgen für Angie R.

Der auf der Demo verteilte angebliche „Info-“Flyer enthält keine Angaben zu der für diese Veröffentlichung verantwortlichen Person (Inprint: „V. i. S. d. P.“). Das ist ein presserechtlicher Verstoß, da das Landespresserecht Nordrhein-Westfalen diese Angabe ausdrücklich verlangt (Paragraf 8).

Nach den der DN-Redaktion vorliegenden Informationen erwägen Geschädigte der Demo-Münster-Akteure jetzt Anzeige gegen sowie einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen die Veranstalterin Angie R., um jede weitere Verbreitung dieses Flyers zu unterbinden.